Jahreskonzerte des Musikvereins Schweinberg: Zweimal war die Erftalhalle ausverkauft. Neben dem Gesamtorchester begeisterte auch der MVS-Nachwuchs.
Hardheim. Aufregende Klänge, mitreißende Kompositionen, eine launige Moderation „in geheimer Mission“ und ein gutes Miteinander von Jung und Alt auf, vor und hinter der Bühne: Das garantierten die beiden furiosen Jahreskonzerte des Musikvereins Schweinberg, die am Samstag und Sonntag eine jeweils ausverkaufte Erftalhalle bewirkt hatten. Keiner wurde enttäuscht: Dem Publikum wurde ein musikalisches Vorweihnachtsgeschenk vom Besten kredenzt.
Eröffnet wurde das Programm wie immer von der MiniBand: Dirigiert von Clara Murphy, präsentierte der Nachwuchs zunächst „How To Train Your Dragon“ aus dem Film „Drachenzähmen leicht gemacht“ als vielversprechende wie abwechslungsreiche Ouvertüre. Es folgte das weihnachtliche Medley „Christmas At The Movies“ mit Erinnerungen an Filme wie „Polar Express“ und „Kevin allein zuhaus“ - ein mit beeindruckender Finesse dargebotenes Werk, das von liebevoll eingesetzten Effekten stilsicher durchzogen wurde. An eine der erfolgreichsten Sängerinnen der Gegenwart erinnerte das kompakte Potpourri „Taylor Swift: Eras“, während die Zugabe „Take On Me“ ein Wiederhören mit dem bekannten Hit der Band „a-ha“ gestattete - inklusive „Bodypercussion“ des kleinsten MVS-Nachwuchses. So oder so: Das Publikum – darunter auch Bürgermeister Stefan Grimm, Ortsvorsteher Michael Messerer und Hans Sieber als Geschäftsführer der Arnold-Hollerbach-Stiftung – reagierte ab dem ersten Takt begeistert. Schon die MinBand drehte nachdrücklich am Stimmungsbarometer und dokumentierte einmal mehr, wie erstklassig die Nachwuchsarbeit beim MVS ihren Gang geht.
Selbstverständlich verbindet Musik Generationen – und auch Ensembles, darunter das höchst eindrucksvolle Konzertorchester. Dirigiert von Luk Murphy, setzte das Orchester einen Akzent nach dem anderen. Kaum hatten die Musiker ihren Platz zwischen den beiden üppig beleuchteten Tannenbäumen bezogen, konnten sich die Gäste vom musikalischen Können überzeugen. Nachdem das Werk „Amitié“ auf Freundschaft, Teamgeist und Vertrauen anspielte und sich als flott und fröhlich erwies, war „Nimrod“ als neunte Enigma-Variation Sir Edward Elgars eine mystisch-magische Komposition.
„Robin Hood – Prince of Thieves“ war ein Höhepunkt des Abends
Filmmusik vom Feinsten gewährte man mit „Robin Hood – Prince Of Thieves“; exzellent arrangiert bis zu Pauke und Xylophon; opulent, ohne aufdringlich zu sein bei wechselhaftem Tempo – ein Höhepunkt
des Abends, dem Weitere selbstredend folgen sollten. Nichts zu wünschen übrig ließ auch das nächste Stück, bei dem der Maßstab besonders hoch lag: „River Flows In You“ war ein Experiment – kann ein
für Klavier komponierter und in derartigem Maße mit demselben verwobener Titel auch als orchestrales Werk funktionieren? Kann er durchaus: Der MVS und Solistin Clea Kornher zeigten, was möglich ist –
und sie berührten die Herzen. Nicht zu vergessen „The Mask Of Zorro“: Erst klapperten die Kastagnetten, dann schritten die Bläser ein – der Funke sprang sofort über.
Nach der Pause begann der nächste musikalische „Einsatzplan“: Mit „On Fire“ spielten die Akteure das erste Stück - ein Lied von besonderem Anstrich. Weiter ging es mit Filmmusik: Bei „Roll Tide“ aus dem Film „Crimson Tide“ mussten alle Register in absoluter Präzision agieren mussten. Erneut bewies das die hohe Kompetenz des Orchesters: Beim MVS ist man in den besten Händen, wenn man gut unterhalten sein möchte.
Stilistisch blieb man mit der Hymne „Chevaliers de Sangreal“ aus dem Film „Da Vinci Code“ im selben Fahrwasser: Die wuchtige Hans-Zimmer-Komposition wusste zu gefallen und weckte große Gefühle - mit Clara Murphy und Kevin Nied als Solisten an Klarinette und Euphonium. Als absolutes Paradestück erwies sich am Ende das Medley „Film ab, Doldinger!“ als klangstarke Erinnerung an den jüngst verstorbenen Klaus Doldinger: In hochklassiger Weise wurden klangliche Erinnerungen an „Die unendliche Geschichte“, „Das Boot“, „Tatort“ und „Liebling Kreuzberg“ gespielt.
Moderatoren erfreuten mit gewitzter Untermalung
Natürlich war die Zugabe Ehrensache – und Vorsitzende Dorothee Kaufmann nutzte die Gelegenheit zum Dank an alle Mitwirkenden inklusive der Fans, den Profis von „Get Your Sound“ und der Moderatoren:
Hier erfreuten Maren Greß („Agentin M“), Valentin Gehrig und „Hilfsagent“ Jonas Henn mit einfallsreicher und gewitzter Untermalung des Programms. Witze, Anspielungen und Parodien wechselten sich
munter ab, ohne zu dick aufzutragen – was die hohe Kunst des Moderierens ist. Da kann man nur anfügen: Weiter so – in der Freude auf (zunächst) die Sommerserenade! (adb)
© Fränkische Nachrichten | 09. Dezember 2025