Neujahrsempfang 2026

Schweinberger MiniBand umrahmte den diesjährigen Neujahrsempfang l Vorsitzende Dorothee Kaufmann erhält Bürgermedaille in Bronze

Neujahrsempfang der Gemeinde Hardheim

Hardheim. Eigentlich hätte der Neujahrsempfang der Gemeinde Hardheim um 17 Uhr beginnen sollen. Dass er dann rund 15 Minuten später anfing, lag zum einen daran, dass Bürgermeister Stefan Grimm und seine Frau Jessica alle Besucher am Eingang persönlich begrüßten. Zum anderen mussten die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung noch zusätzliche Stühle herbeitragen, so viele Bürger waren der Einladung des Gemeindeoberhauptes gefolgt.

Als es dann losging, blickte der Bürgermeister in seiner Ansprache auf das vergangene Jahr und die Schwerpunktthemen in Hardheim zurück. Eines davon war das Aufregerthema „Tempo 30“. Freude hätten sich der Gemeinderat und der Bürgermeister damit nur wenige gemacht. „Trotzdem war es wichtig und richtig“, betonte Grimm. Mit „Tempo 30“ kam auch die Debatte um den schlechten Zustand der B27. Dass es noch so lange dauert, bis die B27 saniert wird, liege unter anderem an der enormen Vorbereitung. „In der Langen Gasse muss zum Beispiel die Wasserleitung und damit gleich die ganze Straße ertüchtigt werden, um dann die Notversorgung für den Austausch der Wasserleitungen in der Bundesstraße bereitstellen zu können“, erklärte Grimm. Ein weiterer Faktor, der gut durchdacht werden müsse, sei der Handel: Die monatelange Sperrung der B27 habe die Konsequenz, dass manche Geschäfte und Betriebe temporär nicht oder nur schwer zu erreichen seien. „Darauf wollen wir die nächsten Wochen bei einem Termin mit dem BdS rechtzeitig aufmerksam machen und gemeinsam nach mildernden Maßnahmen suchen“, sagte der Bürgermeister.

Eine weitere Dauerbaustelle sei das Krankenhaus. Mit der Gründung der kommunalen Genossenschaft „mauern wird gerade ein neues, stabiles Standbein für unser Haus“. Die Gespräche mit interessierten Ärzten bezeichnete Grimm als „vielversprechend“. Mit etwas Glück „können wir dieses Jahr vielleicht schon Mitte des Jahres Weihnachten feiern“, sagte er verbunden mit der Hoffnung, in wenigen Monaten die erste Zusage eines Mediziners oder einer Medizinerin zu erhalten.

Windpacht als zusätzliche Einnahmequelle
Das Krankenhaus erfordere derzeit einen viel zu hohen Zuschuss, den sich die Gemeinde auf Dauer so nicht leisten könne. Unter dem Strich fehlen für das Haushaltsjahr 2026 rund 2,2 Millionen Euro – das sind zehn Prozent der Einnahmen. „Wir haben also für die letzten drei Tage des Monats kein Geld mehr, aber trotzdem großen Hunger“, verdeutlichte der Bürgermeister. Eine Chance für zusätzliche Einnahmequellen sieht das Gemeindeoberhaupt in den Pachteinnahmen für Windräder. „Ich verstehe alle Bedenken gegen Windräder, aber in der aktuellen Lage überwiegen für mich die Vorteile.“ Deshalb male er für Hardheim auch „nicht ganz schwarz“, sondern ist zuversichtlich, „dass wir auch die nächsten Jahre noch etwas investieren können“.

Auf einige wenige dieser Investitionsprojekte im neuen Jahr ging er kurz ein, dazu zählt der Umbau der Alten Realschule zu Räumen für die Kinderkrippe. Dieser soll laut Grimm spätestens zum neuen Kindergartenjahr fertig sein. „Damit haben wir über die letzten Jahre sehr viel – sowohl baulich als auch personell – in die Kinderbetreuung investiert“, sagte Grimm. Mittlerweile arbeiteten 34 Erzieherinnen und Erzieher für die Gemeinde, weitere Vorstellungsgespräche stünden an.

Lösung für die Erfapark-Thematik?
Eine Lösung stellte der Bürgermeister für die Erfapark-Thematik in Aussicht: Im Dezember traf er sich mit den Ministern Peter Hauk und Nicola Razavi (Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen). „Ich möchte nicht zu viel verraten. Aber ich bin nach dem Gespräch sehr gut gelaunt durch Stuttgart spaziert“, sagte Grimm. Man habe die nötige Rückendeckung bekommen, um „mit etwas Glück den Verhandlungen um den Erfapark den nötigen, wichtigen Schubs zu geben“.

Landrat Dr. Achim Brötel ging in seinem Grußwort auf die finanziell schwierige Lage der Kommunen ein. „Wir dürfen die Situation aber auch nicht permanent schlecht reden“, sagt er. Ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft sei das Ehrenamt. Das betonte auch Minister Peter Hauk: „Sie sind der Motor. Bleiben Sie aktiv und bringen Sie sich ein.“ Den Neujahrsempfang rundete ein Rückblick in Bildern, erstellt von den Azubis der Verwaltung, ab.

Bürgermeister Stefan Grimm zeichnete sieben Engagierte mit den Bürgermedaillen in Bronze und Silber aus
Sie ziehen den Karren, bringen die PS auf Straßen und sind Vorbilder: Im Rahmen des Neujahrsempfangs zeichnete Rathaus-Chef Stefan Grimm am Sonntagabend in der Erftalhalle verdiente Bürger mit den Bürgermedaillen in Bronze und Silber der Gemeinde Hardheim aus. „Diese Menschen investieren sehr viel ihrer Freizeit für die Allgemeinheit. Begriffe wie Work-Life-Balance greifen bei ihnen nicht, da Privatleben und Ehrenamt ineinander übergehen und am Ende das gemeinsam Erreichte die Entlohnung ist“, sagte Grimm in seiner Laudatio.

Hier wurde Vorsitzende Dorothee Kaufmann ausgezeichnet:

Dorothee Kaufmann (Bürgermedaille in Bronze): Für diese Auszeichnung ebenfalls vergleichsweise jung ist Dorothee Kaufmann. Seit fast 30 Jahren ist sie im Musikverein Schweinberg tätig, seit 15 Jahren dessen Vorsitzende. „Sie hat sich herausragende Jugendarbeit auf die Fahne geschrieben und damit überregional einen Maßstab gesetzt und Beachtung gefunden“, sagte Grimm. Wo sich anderswo die Reihen mehr und mehr lichteten, herrsche bei ihr Platzmangel, und jedes Jahr müsse die Bühne ein wenig größer werden – das zeige sich auch am Neujahrsempfang. Diesen umrahmte die Miniband des Musikvereins musikalisch. Mit „ihrem“ MVS sei sie neben der Musikkapelle Bretzingen Rückhalt für die musikalische Unterstützung bei Märkten und Festen der Gemeinde sowie in den Kirchen. Vor drei Jahren habe sie zudem die Schweinberger Dorfweihnacht mitinitiiert und trage maßgeblich mit dem MVS zum guten Zusammenhalt der Schweinberger Vereine bei.

© Fränkische Nachrichten | 12.01.2026

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