Serenade 2026 – Grünsfeld

Das Orchester mit 85 Musikern aus Grünsfeld und Schweinberg bot ein beeindruckendes Konzert auf der Freilichtbühne hinter dem Zehntgebäude in Grünsfeld. Viele Besucher aus nah und fern.

Ein monumentaler Klangkörper erfüllte den „Pfreimder Platz“ in Grünsfeld

Grünsfeld. Zwei Musikvereine, 85 Musiker, ein Orchester: So lautete die Formel für eine magische Nacht auf dem „Pfreimder Platz“. Die Musikkapellen aus Grünsfeld und Schweinberg veranstalteten eine Serenade auf der Freilichtbühne hinter dem Zehntgebäude. Das Publikum war zu Recht begeistert.

„Eine Vision wird wahr“, erklärte Elke Krappel. Die Vorsitzende der Grünsfelder Musikkapelle erinnerte an den verstorbenen Dirigenten Thomas Weber. Dessen Ziel sei es gewesen, ein Gemeinschaftsprojekt auf die Beine zu stellen. Mit der Serenade in einem historisch perfekten Ambiente ist, so Krappel, ein Wunsch Wirklichkeit geworden.

21 Nachwuchsmusiker bestritten den Auftakt
Den ersten Teil der Serenade, quasi als Vorgruppe, bestritt die Jugendkapelle. Das Ensemble zählt derzeit 21 Nachwuchsmusiker. Sie kommen aus Grünsfeld und den Ortsteilen, sogar aus Gelachsheim spielen Jugendliche mit. Neun junge Talente haben schon den Sprung in die Seniorenkapelle geschafft. Unter der Leitung von Daniela Stoy präsentierte die Jugendkapelle einen Querschnitt ihres Repertoires. Das ist erstaunlich vielfältig.

Zu hören war etwa mit „Touchdown“ ein Konzertmarsch, aber auch Discohits wie „Go west“ von den Village People oder aktuelle Musical- und Filmmelodien wie „A Million Dreams“ aus „The Greatest Showmann“. Der vom Badener-Lied gekrönte Auftritt machte deutlich, dass die Mädchen und Buben auf einem guten Weg sind.

Mammutprojekt nahm direkt kraftvoll Fahrt auf
„Musik verbindet, sie schweißt zusammen“, versicherte Thomas Mohr. Der Dirigent der Musikkapelle Grünsfeld hatte mit Luk Murphy, Kollege aus Schweinberg, die Herausforderung angenommen, aus zwei traditionsreichen Orchestern einen monumentalen Klangkörper zu formen. Die Herkulesaufgabe haben die beiden mit Bravour gemeistert. Trotz nur dreier gemeinsamer Proben, wie Thomas Mohr einräumte. Mit vereinten Kräften – passend zum Eröffnungsmarsch „Viribus Unitis“ – nahm das Mammutprojekt direkt kraftvoll Fahrt auf. Von Mantel-und-Degen-Helden zu den Hobbits: Was danach folgte, war eine musikalische Achterbahnfahrt quer durch die Genres.

Erst wirbelte der geheimnisvolle Held in „The Mask of Zorro“ mit feurigen Rhythmen über den „Pfreimder Platz“, ehe Matteo Boccagnos gefühlvolles Trompetensolo in „Share My Yoke“ das Publikum zutiefst berührte. Das biblisch inspirierte Lied erinnerte daran, dass beide Musikkapellen regelmäßig zu kirchlichen Anlässen aufspielen. Episch wurde es, als die Musiker die Zuhörer mit „Lord of the Rings“ auf eine Reise nach Mittelerde entführten.

Die Kapellen konnten auch heitere Töne
Doch wer dachte, die Kapellen könnten nur die ganz ernsten Töne, wurde prompt von einer Portion „Marschkonfetti“ überrascht – ein herrlich rasanter Konfektionsmix, der das Publikum zum Mitwippen und Schmunzeln brachte.

Gänsehaut unterm Sternenhimmel: Mit „Invincible“ spielte das Orchester eine kraftvolle Hymne. Komponiert für die „Invictus Games“ spiegelte die Musik den unbezwingbaren Geist verwundeter und erkrankter Soldaten. Die erst zwölfjährige Lorena Kucher war mit einer emotionalen Gesangseinlage ein weiterer Höhepunkt des Abends. Beim Loblied auf das „Ehrenwort“ von der Schweizer Formation „Fäaschtbänkler“ hatte das Nachwuchstalent einen weiteren gefühlvollen Auftritt.

Genregrenzen gab es an diesem Abend nicht
Die Genregrenzen sprengten die Musiker endgültig mit „Bohemian Rhapsody“, dem epochalen Meisterwerk von Queen. Das als Rock-Suite komponierte Werk verlangte von den Akteuren alles ab. Prunkstück war das schnelle, staccatoartige Wechselspiel in der „Opern-Passage“: Tiefe Blechbläser duellierten sich im harten Kontrast mit hohen Holzbläsern und hellen Trompetensignalen. Mit Hans Zimmers mystischem „Les Chevaliers de Sangreal“ (bekannt aus „The Da Vinci Code“) legte sich eine magische, fast heilige Atmosphäre über die historische Kulisse des Zehntgebäudes.

„On Fire“ war der feurige Schlusspunkt
Ohne Zugabe durfte das Mega-Orchester den „Pfreimder Platz“ nicht verlassen. Und das Finale hielt, was es versprach: Mit der feurigen Zugabe „On Fire“ setzten die Musiker aus Grünsfeld und Schweinberg den Schlusspunkt unter einen großartigen Konzertabend, der noch lange nachklingen wird.

Ein zweites Mal ist das Gemeinschaftsorchester am Samstag, 25. Juli, zu hören. Auf dem Kirchplatz in Schweinberg tritt das Ensemble unter dem Motto „Mit Musik in den Sommer“ auf. Einlass ist ab 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr. Die „Mini-Band“ unter der Leitung von Clara Murphy eröffnet den Konzertabend.

© Fränkische Nachrichten | 23.07.2026

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